Upgrade von Leap 42.2 auf Leap 42.3 – Schritt für Schritt

In den Release Notes von openSUSE Leap 42.3 weisen die Entwickler darauf hin, das „nathlose Upgrade“ auf Leap 42.3 zu nutzen. Ich habe das mal auf eine andere Art ausprobiert.

Bisher habe ich für Versionsupgrades immer den Weg über das suseeigene Konsolenprogramm „zypper“ empfohlen und beschrieben. Andere Distributionen sind da schon weiter und bieten komfortablere Werkzeuge für diese Aufgabe an. (siehe z.Bsp. Linux Mint) Obwohl, das Upgrade mit zypper ist eigentlich äußerst komfortabel, überaus leicht zu bewerkstelligen und schnell erledigt. Also eigentlich optimal. Hat immer sehr gut bei mir funktioniert.

Aber aus irgendeinem Grund 😉 mögen Linux-Neulinge ( und für diese mache ich das hier) unsere geliebte Konsole nicht so richtig. Also dachte ich mir, muss es auch bei openSUSE einfach und ohne den Ausflug in die Welt der Textkonsole funktionieren. Einfach soll es sein! Nur mit YaST! Also mal los.

Das bei so einem Upgrade immer mal wieder etwas schief gehen kann und man sich vorher mit entsprechenden Sicherungen und Backups sorgfältig absichert, baue ich in diesem Artikel nicht mehr weiter aus, weil es oft genug erwähnt wurde.

1. YaST als Root starten

Das openSUSE Konfigurationstool YaST muss als Root gestartet werden. Dazu braucht man aber nur ganz normal das Icon anklicken. Die Passwortabfrage für Root kommt automatisch.

2. Vorbereitung: Software Quellen (Repositories) auf Leap 42.3 umstellen

In YaST wählt man unter dem Punkt „Software“ die „Software Repositories“ mit einem Mausklick aus

Bei den Repositories wählt man jeden einzelnen Eintrag aus und klickt anschließend auf „Bearbeiten“

Bei JEDEM Repository bzw. Eintrag, bei dem die Versionsnummer (in diesem Fall die 42.2) auftaucht, ändern wir diese in 42.3.

So muss es nach dem Ändern aussehen und mit „Ok“ bestätigen.

Letztendlich muss es dann bei ALLEN Repositories SO aussehen. Alle Repos müssen auf die neue Version umgestellt sein.

Wenn ein Repo dazwischen ist, welches gar keine Versionsnummer beinhaltet, so ist es Versionsunabhängig und kann unverändert bleiben.

Danach kann man die Repository Übersicht mit einem Klick auf „Ok“ schließen.

3. Upgradevorgang

Als nächstes starten wir in YaST den Menüpunkt “ Software installieren oder löschen“

In diesem YaST Fenster klicken wir mit der linken Maustaste nacheinander auf den Menüpunkt „Paket“ , dann auf „Alle Pakete“ und zuletzt auf „Aktualisieren falls neuere Version verfügbar“.

Die darauf folgende Information bestätigen wir mit „Fortfahren“

Jetzt kommt in der Regel, abhängig vom eigenen Umfang der bestehenden Installation, eine Warnung von Abhängigkeitskonflikten. Dies ist für viele die eigentliche Schwierigkeit und die größte Hürde bei diesem Vorgang.

Eine allgemeingültige Empfehlung für diesen Vorgang gibt es auf Grund der vielen individuellen Installationsmöglichkeiten nicht. Wichtig und Richtig ist: Die Konflikte müssen aufgelöst werden. In meinem Fall war es recht einfach, weil ich nur die Installation der neueren Version auswählen brauchte. Also auf dem Screenshot ist das der Punkt 2. “ Ersatz von Paket sowieso mit Version 1.2.3 durch Paket sowieso Version 1.3″ Jedenfalls MUSS dieser Dialog abgearbeitet werden. Wenn man das ignoriert oder mit den falschen Optionen auswählt kann man sich schnell das System versauen. Also hier ist Sorgfalt angesagt.

Man kann auch immer mal wieder zwischendurch nach einer Optionenauswahl den Button „OK erneut versuchen“ anklicken und so sehen, wie man eine Abhängigkeit nach der anderen gelöst bekommt.

So soll das Fenster aussehen, wenn alle Konflikte erfolgreich gelöst wurden und YaST nun bereit ist den Upgradevorgang zu starten.

Jetzt kann es vorkommen, dass man noch einige Lizenzbestimmungen akzeptieren muss bevor es weiter gehen kann.

Eine weitere Information sind die „Automatischen Änderungen“ . Diese hat YaST automatisch zur Installation ausgewählt, weil sie notwendig sind und damit Abhängigkeiten zu anderen Paketen erfüllt werden.
Mit „Fortfahren“ geht es weiter.

So, nun kann man sich erst mal zurücklehnen. 😉 Je nach Installationsgröße und der Geschwindigkeit der eigenen Internetanbindung wird die Aktualisierung etwas dauern.
Bei meinem Beispiel wurden 2640 Pakete mit 1,78 GB heruntergeladen und installiert und dies dauerte ca. 25 Minuten.

Wenn die Aktualisierung erfolgreich war, wird der Abschluss mit diesem Fenster angezeigt.

Nach einem Neustart des openSUSE Systems wird man schon am Bootloader sehen, dass openSUSE Leap 42.3 startet und kann sich unter anderem in dem jeweiligen Infozentrum des installierten Desktops von der Aktualisierung überzeugen.

Das war es schon. Wie schon erwähnt, war nach ca. einer halben Stunde alles erledigt. Sicherlich ist das keine Garantie, dass es bei jedem anderen System genauso gut funktioniert.

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7 Responses to Upgrade von Leap 42.2 auf Leap 42.3 – Schritt für Schritt

  1. Al CiD says:

    Und bisher ist noch keiner bei Suse auf die Idee gekommen, diese einfachen aber sehr fehleranfälligen Schritte der Repository-Änderung mit einem öffentlichen Script zu automatisieren?

    Sehr ärgerlich

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  2. benediktg says:

    @Al CiD:
    Mit der Shell lässt sich mühselige Klickarbeit wunderbar ersparen:
    sed -i ’s/42\.2/42\.3/‘ /etc/zypp/repos.d/*.repo

    Zuvor sollte man ggf. noch mittels
    cp -r /etc/zypp/repos.d{,.old}
    eine Kopie der Repo-Informationen anlegen. 😉

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  3. Al CiD says:

    Ich weiß das, danke.
    Ich bin mir der mächtigen Shell bewusst, früher ging es nur damit… bin seit RedHat 2.irgendwas dabei.

    Es gibt aber auch „nur“ Benutzer, die sich halt vor „kryptischen“ Eingaben auf der Kommandozeile scheuen. (fehleranfällig!)

    Wenn man von den 2% Linux-Anteil weg kommen will sollte man schon etwas benutzerfreundlicher werden… kein Wunder, dass sich so viele scheuen.

    Wäre doch kein Aufwand eben o.g. Script direkt als Update mit einzubinden und anzubieten, oder?

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  4. suse-fanboy says:

    Bitte die offizielle Dokumentation beachten:
    https://doc.opensuse.org/documentation/leap/startup/html/book.opensuse.startup/cha.update.osuse.html

    Die hier beschriebene Anleitung führt nur zu Problemen.

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  5. Thomas says:

    Bei der Dokumentation, auf die du hinweist, wird das Versionsupgrade per YaST und mittels einer Installations-DVD beschrieben. Ich bin in meinem Artikel auf ein Onlineupgrade per YaST eingegangen. Beides funktioniert, wobei ich bei der Art aus der Dokumentation mehr Probleme sehe. Denn da muss hinterher noch durch ein Update das System auf den aktuellen Stand gebracht werden, was bei dem Onlineupgrade im selben Schritt mit passiert.

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  6. Norbert says:

    Ich würde diesen komplizierten weg nicht gehen, das birgt einfach zu viele Risiken und hinterlässt, wenn man nicht aufpasst, ein System mit ‚bauchschmerzen‘.

    Es geht doch so einfach:
    Bootfähigen USB Stick erstellen, den Rechner von diesem aus booten und Upgrade auswählen – fertig!“
    Das läuft fast so ab wie eine Neuinstallation – Die zu installierende / zu erneuernde Software lässt sich bearbeiten, die vorherigen Repositories werden standardmässig alle ‚ausgehängt‘ und man wird vor dem Upgrade gefragt was man behalten möchte – Sogar die Systemdateien usw. werden automatisch gesichert (Mutige können diese Funktion auch abwählen)
    Besser und bequemer geht’s doch nicht.

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  7. admin says:

    Tja, siehst du, wie man es auch macht. Es gibt verschiedene Wege ein erfolgreiches Upgrade bei openSUSE durchzuführen.

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