Mein umständlicher Weg zu openSUSE 12.3 ;-)

Wie immer habe ich vor meinem Umstieg auf die neue openSUSE Version einige Tage gewartet, damit erhöht sich die Chance, dass auch wirklich alle Programme und Pakete die ich benötige in den jeweiligen Repositories für die neue Version verfügbar sind. Im Prinzip habe ich diesmal vor einem Wechsel auf openSUSE 12.3 gezögert. Warum ? Ich habe hier derzeit ein wunderbar funktionierendes openSUSE 12.2 mit aktuellem KDE 4.10. Alles läuft, alles funktioniert, warum also etwas verändern? Tja, warum wohl … ?  Kein Ahnung. Irgendwie juckt’s in den Finger und die NEUE susi muss auf die Platte. Ein bisschen Risiko muss sein und im Grunde weiß ich ja so ungefähr was mich erwartet. Die Hoffnung auf noch so kleine Neuerungen, Verbesserungen und Geschwindigkeitsgewinne haben mich getrieben.

Nun habe ich schon so oft von einer openSUSE Version zur nächsten gewechselt, dass das inzwischen bei mir schon recht gut organisiert und rotiniert abläuft. Ich bevorzuge die Neuinstallation von der DVD mit Übernahme meiner verschlüsselten Homepartition.

Einige Fakten zu meiner Hardware und den Voraussetzungen:

Mein Gerät ist ein relativ betagtes 17″ Notebook HP Pavilion dv9000 mit Intel(R) Core(TM)2 Duo Prozessor mit @ 2.20 GHz. Das Gerät verfügt über 4 GB Ram und es sind 2 Festplatten mit je 250 GB verbaut. Es gibt bei mir kein Dualbootsystem, sondern es ist „nur“ ein openSUSE 12.2 mit KDE Desktop installiert. Seit geraumer Zeit komme ich ohne Windows auf diesem Gerät aus. Die bestehende openSUSE 12.2 Installation wurde ständig aktuell gehalten. Alle Updates und Patches sind installiert und der KDE Desktop ist ebenfalls auf die aktuellste Version geupgradet. Im Laufe der Zeit ist auch eine ganze Menge Zusatzsoftware dazu gekommen, die nicht aus den offiziellen Repositories stammen. Jedenfalls, die Kiste lief rundum rund .

Kurz vor dem Loslegen habe ich Sicherungen von allen mir wichtig erscheinenden Dateien, Daten und Einstellungen gemacht. Diese Zeit sollte man niemals sparen. Es gibt einerseits ein ruhiges Gefühl und kann andererseits die letzte Rettung bedeuten.

Nun weiß ich nicht genau woran es lag. Waren es meine Erkältungsmedikamente? Jedenfalls kurz bevor ich die 12.3 DVD einlegen wollte kam mir der Gedanke: Versuch doch einfach mal wieder ein Upgrade mit zypper. (und mein Wechselmarathon nahm seinen Lauf 😉 ) Kann ja nichts schief gehen. Mein letzter Versionswechsel per zypper ist schon einige Zeit her. Also bin ich im YaST in die Software Repositories gewechselt und habe  alle Repos von 12.2 auf 12.3 umgestellt. Es befinden sich nur Standard openSUSE Repos, einige wenige Community Repos und zwei KDE 4.10 Repos im meinem YaST. Alle jetzt auf 12.3 umgestellt und aktualisiert. Es wurden keine Fehler oder Probleme angezeigt. Danach habe ich YaST geschlossen und ein Terminalfenster geöffnet. Mit der Eingabe su und dem dazugehörigen Passwort habe ich die notwendigen Rootrechte für die folgenden Schritte erhalten.  Danach erfolgte die Eingabe von zypper refresh zum Aktualisieren der Repos und zypper dup zum Ausführen des Distributionsupgrade.  Bevor das Upgrade beginnt macht zypper mich auf eine ganze Menge ungelöster Abhängigkeiten aufmerksam und bietet jeweils 3 oder 4 Lösungen an. Da begannen meine Probleme. Obwohl ich mich schon relativ lange mit der Anwendung von openSUSE beschäftige war ich bei diesen vielen Problemen überfordert. Mir ist bekannt, dass man Abhängigkeiten unbedingt auflösen muss und sie nicht abwürgen oder ignorieren darf. Aber in meinem Fall diesmal wusste ich bei vielen Problemvorschlägen seitens zypper nicht, welche die richtige Lösung ist. Ich versuchte mich da krampfhaft durch zuarbeiten aber die Liste der ungelösten Abhängigkeiten wurde nicht kürzer. Ich spürte, dass ich mich verrannt hatte. Brach alles ab und begann den ganzen Spaß noch mal bei Null. Völlig von vorne war ich bald wieder bei diesem Punkt angelangt und versuchte wieder die Probleme mit den Abhängigkeiten irgendwie nach bestem Wissen aufzulösen. Diese Prozedur braucht man nie im Leben irgendeinem anbieten um ihn eventuell zu einem Umstieg auf openSUSE zu bewegen. Das geht ja gar nicht. Unmöglich.  Irgendwie ist es mir nach langem hin und her gelungen die Abhängigkeiten aufzulösen und zypper zieht nun das Versionsupgrade durch. Nachdem zypper fertig war brauchte eigentlich nur noch ein Neustart erfolgen und es sollte mich ein frisches neues openSUSE 12.3 anlächeln. Sollte… Schon beim Neustart gibt es Probleme. Der Computer will einfach nicht rebooten, geschweige denn runter fahren. Es bleibt also nur die harte Tour: Resetknopf. Um es nicht allzu lang zu ziehen, hochgefahren ist das neue openSUSE 12.3 dann auch nicht mehr. Mitten beim Booten bleibt der Bildschirm schwarz und der Cursor blinkt oben links. Na toll. Inzwischen leicht angefressen hatte ich jetzt auch keine Lust mehr der Sache auf den Grund zu gehen bzw. nach umständlichen Lösungen zu suchen. 12.3 sollte auf die Platte und zwar fix. Nach dieser Erfahrung werde ich wohl Distributionsupgrades per zypper erst mal meiden. Das tue ich mir nicht noch mal an.

Also DVD rein, Läppi davon booten und… ? Da hatte ich schon wieder so einen Geistesblitz. Auch der DVD Installer bietet doch eine Aktualisierung einer bestehenden Installation an. Diese Variante hatte ich noch nie ausprobiert und das Kind lag ja bereits im Brunnen. Also? Erledige ich eben meine openSUSE Installation schnell auf diese Weise.  Installer läuft an, Aktualisierung ausgewählt und… ? Warten, warten, warten. Irgendwo während des Installationsprozesses hat sich der ganze Mist dann festgerammelt. Das gibt es doch gar nicht. Mir wachsen gerade Federn ! Ich war heute eigentlich nicht auf einen Testmarathon eingestellt. Es sollte nur fix ne openSUSE Installation werden und das ganze sollte nach max. 2 Stunden erledigt sein. Auch diese Variante werde ich so schnell nicht mehr in Betracht ziehen.

Schluss jetzt mit spontanen Experimenten.

DVD rein, Neuinstallation gewählt. So wie sonst auch immer. Ab da an lief die Installation von 12.3 souverän und ohne Schwierigkeiten durch bis zum fertigen neuen System. Was war ich glücklich. Endlich wurde ich doch noch mit einem frischen openSUSE 12.3 belohnt. Durch die Übernahme meiner bestehenden Homepartition fand ich meinen Desktop fast so vor wie noch bei 12.2 . Nur geringe nachträglich Konfigurationen waren nötig um mein gewohntes System wieder zu bekommen.

Es war halt so ein typischer Tag, an dem fast nichts klappen will. Das sind nicht die richtigen Tage für Experimente. Für mich hat sich heute gezeigt, dass ich mit einer Neuinstallation schneller ans Ziel komme als mit einem Upgrade. Jetzt läuft mein openSUSE 12.3 inzwischen ein paar Tage auf meinem Computer und ich bin sehr zufrieden damit. Warum nicht gleich so ?

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7 Responses to Mein umständlicher Weg zu openSUSE 12.3 ;-)

  1. Linuxsusefan says:

    Interessant wären die Abhängigkeitsmeldungen von Zypper gewesen. Auch interessant was ein Gegenversuch via YaST → Online Aktualisierung ausgegeben hätte. Meine damit ob die Abhängigkeiten sich zwischen Zypper ~ YaST unterschieden hätten.

    Gruß Uwe

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  2. mosu says:

    Hallo, danke für den lehrreichen Erfahrungsbericht. Ich stand nämlich vor der gleichen Entscheidung – ohne Erkältungsmedikamente – nur mit dem Unterschied, dass ich noch bei KDE 4.9 geblieben war und dass ich Gnome3 parallel installiert habe – kleiner Rettungsschirm und manchmal einfach zur Abwechslung. Kurz gesagt. Ich habe mich von vornherein zur Neuinstallation via DVD entschlossen, weil mir dass mit eingebundenen Grafik-Repositories, Gnome und KDE sicherer erschien. Die letzten Versionen hatte ich per Live-CD installiert und dann die zweite DE nachgezogen aber diesmal eben wieder DVD und gleich in der Softwareauswahl alles an und abgewählt, was ich so brauche. Das finde ich bei der DVD eine wirklich schöne Möglichkeit.

    Fazit: In Bezug auf KDE ein voller Erfolg. Ich finde die 12.3er-Version ist die rundeste und beste openSUSE, die ich seit meinen Anfängen (10.2) hatte. Was mich besonders freut, neben solchen Kleinigkeiten wie dem jetzt völlig geschmeidig laufenden Apper und dem mittlerweile grundsoliden Plasma-Unterbau, der bei mir zuletzt in 12.2 immer mal wieder gemuckt hatte(eingefroren) – ich habe mir das mit dem Wechsel auf das nicht offiziell angebotene KDE 4.9 erklärt – was mich also neben den wirklich wichtigen Sachen besonders gefreut hat, ist das runde Design, darum hat sich openSUSE bisher nämlich nach meinem Empfinden zu wenig gekümmert – gerade im Vergleich zu Ubuntu. Ich habe hier diesmal nur sehr wenig verändert, Ordner, Knöpfe und Hintergründe ganz leicht getönt, der Rest war so, wie ich es wollte. Und – ich muss es doch sagen: Für mich ist die Erscheinung des Desktops, den ich ja ständig betrachte, nicht ganz unwichtig. Toll auch der schnelle Bootvorgang, die Druckererkennung etc. bei mir läuft unter KDE alles sehr rund und da es diesmal auch die aktuelle Version ist, werde ich aller Voraussicht nach bei dieser KDE-Version bis zum Schluss bleiben.

    Was bis jetzt nicht funktioniert, ist Gmome, der startet seit dem Upgrade nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte.

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  3. mosu says:

    Noch ein kleiner Nachtrag für Gnome-Interessierte NVIDIA-Nutzer, weil ich beklagt hatte, dass Gnome nicht startet. ich habe gerade eine Lösung gefunden. In der Benutzer und Gruppenverwaltung in Yast muss für den Nutzer die Gruppe video eingetragen werden. Dann klappt auch das. Im Übrigen bevorzuge ich weiterhin KDE.

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  4. günni says:

    Bei mir war’s genauso. Machst einfach ein Upgrade wie vorher auch. Lief auch alles soweit ohne große Abhängigkeitsprobleme. Dann Runterfahren nicht möglich also Reset. Hochfahren ging dann auch nicht, nicht mal die Konsole lies sich starten. Zum Glück hatte ich ein Partitionsimage gemacht und konnte die Suse 12.2 wieder zurückspielen. Werde mal die DVD-Variante probieren.

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  5. Flavio says:

    Hallo

    Von Pc habe nicht viel Ahnung aber ich möchte lernen wie man Formatiert und partitioniert

    Kann jemand mich helfen irgendwie ein Manual zu finden wo ich irgendwie voran komme?

    Gruss

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  6. admin says:

    Hi,
    google einfach mal nach „Partitionieren“ und/oder „Formatieren“. Du bekommst da haufenweise Hinweise, Tutorials in Text und Videos, Beschreibungen und Erläuterungen. Da findest du auf jeden Fall was.

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  7. Frank says:

    Hi,
    bei mir hat ein upgrade unter SuSE noch nie funktioniert, während es bei anderen LINUX-Distributionen besser klappte.
    Auch ich habe unter SuSE immer alles neu aufgespielt.
    Bin jetzt auch mal wieder seit der 9er Version bei SuSE gelandet, und es macht richtig Spaß.

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