openSUSE 12.1 Beta im ersten Test

Die openSUSE 12.1 Beta, die ja eigentlich der Meilenstein 6 war, ist verfügbar und es lohnt sich schon mal die ersten groben Blicke auf die neue openSUSE Version zu werfen. Ich habe dazu die openSUSE 12.1 Beta KDE Live CD heruntergeladen und mehrmals installiert. Einmal auf meinem Netbook HP Mini 210

 

HP Mini 210 mit openSUSE

 

und mehrere mal als Virtuelle Maschine in VirtualBox. Mal mit dem neuen Dateisystem Btrfs und mal ohne. Auf die KDE Version werde ich ein Auge werfen und die Gnome Variante wird Lisufa vom Lisufa’s Blog unter die Lupe nehmen. Wir werden, wie wir es schon mal gemacht haben, einen Blogübergreifenden Test aus Anwendersicht machen und jeder seine Eindrücke und Erfahrungen bei sich auf der Seite veröffentlichen. Wobei es für einen detaillierten Test noch zu früh ist. In der Regel haben wir mit unseren Test’s auch immer erst ab den Release Candidaten begonnen. Aber diesmal werden wir schon eine Ausgabe früher mal einen Blick riskieren. ;-), denn bei dieser openSUSE 12.1 Testversion sind schon einige Neuerungen zu bestaunen.

Unser Resümee beim Test von openSUSE 11.4 ist ja damals nicht ganz so gut ausgefallen. Über die verschiedene Ursachen hatten wir jeder in seinem Blog berichtet.

Aber: Neue Version – Neues Glück 😉

Wie schon erwähnt wird es aber nur ein grober Test über die augenscheinlichen Neuerungen wie z.Bsp.

– Änderungen bei der Installation
– das neue Design,
– den lang erwarteten und viel diskutierte Einsatz von Systemd,
– die Bootzeiten
– Besonderheiten

Software Versionsnummern, die openSUSE 12.1 so mitbringt:
Kernel : 3.1.0-rc7-3
KDE : 4.7.1
Firefox : 7.0
LibreOffice: 3.4.2

 

Die Installation:

Die Installation von openSUSE 12.1 Beta verlief wie von openSUSE gewohnt unkompliziert und zügig durch. Sie funktioniert gut und ist auch von Laien zu verstehen und zu bewältigen. Das openSUSE Team hat hier keine Experimente gemacht und den sehr guten Installer beibehalten.

 

Der openSUSE 12.1 Installer mit gewohnter Struktur aber schon in neuen Kleidern

 

Und trotzdem haben die Entwickler in diesem Fall noch ein Detail bei der  Partitionierung während der Installation geändert.

 

Die beiden rot gerahmten Optionen sind ab dieser Version neu.

 

Zum einen wird jetzt per Default eine „extra Homepartition“ empfohlen. Das hat unter anderem den Vorteil, dass man bei einer Neuinstallation diese Homepartition unverändert wieder einbinden kann und alle persöhnlichen Einstellungen und Daten so in die neue Installation mit übernehmen kann.

 

Und das zweite ist die „Benutzung des Btrfs als Default Dateisystem“ . Btrfs ist ein relativ junges (seit 2007)  Linux Dateisystem welches in openSUSE 12.1 erstmals eingesetzt wird und eventuell später mal die ext3 und ext4 Dateisysteme ablösen soll. Hier muss man es aber noch explizit aktivieren. Per Default war es deaktiviert. Ich habe es bei meiner ersten Installation auch so gelassen, weil der eingesetzte Bootmanager Grub mit dem neuen Dateisystem noch nicht klar kommt. Man müsste sonst noch eine extra Bootpartition mit einem Grub-Verständlichen Dateisystem machen.

Bei der zweiten Installation in der VBox habe ich dann doch mal die Option „Use Btrfs as default Filesystem“ aktiviert. Interessant ist, wie sich die vorgeschlagene Partitionierung von der Installation OHNE Btrfs zu MIT Btrfs ändert. Siehe Screenshot.

 

Der neue Partitionierungsvorschlag von openSUSE nach der Auswahl von Btrfs

 

Die Installation lief nach akzeptieren des Vorschlag reibungslos.  Wenn man das fertig installierte  System dann später bootet, bleibt das System während des Starten hängen und erwartet erst nach einer relativ langen  Wartezeit eine Eingabe bzw. Reaktion bevor es weitergeht. Diese Eingabeaufforderung sieht man freilich nur, wenn man mit ESC vom Bootsplash in den Textmodus wechselt.

 

openSUSE 12.1 mit btrfs findet etwas nicht ?

 

Nach einer Bestätigung mit Enter startet das System dann. Der selbe Effekt trat auch bei Lisufa mit der 12.1 Gnome Version auf. Lisufa hat daraufhin dazu einen Bugreport eingereicht.( siehe Bugreport )

 

Während der Installation, wenn der/die Benutzer eingerichtet werden, wird auch wieder beim ersten Benutzer per Default Einstellung  das Passwort gleich als Rootpasswort genommen. Auf den entsprechenden Mailinglisten war mehrmals darüber diskutiert worden, dieses NICHT als Default Einstellung zu machen, was ich für sehr vernünftig halte. Zumindest in openSUSE 12.1 ist das noch nicht umgesetzt.

 

Das neue Design:

Es ist zwar das erste was bei einer neuen Version ins Auge fällt aber eigentlich auch fast das unwichtigste. Was würde eine Distribution mit hübschen Hintergrundbildern und flotten Icons nutzen, wenn sie hinten und vorne nicht funktioniert. Außerdem ist Design ja auch immer Geschmackssache und wie heisst es so schön:

 

De gustibus non est disputandum. (Über Geschmack lässt sich nicht streiten.)

 

Aber trotzdem! Bei 11.4 war ich ( und viele andere auch ) nicht sonderlich von dem Grün, welches bei den Stripes verwendet wurde angetan. Es war einfach kein freundliches Erscheinungsbild. Jetzt ist dem Artwork-Team dagegen ein aus meiner Sicht wirklich angenehmer, openSUSE typischer Grünton gelungen. Der Bootsplash und das Wallpaper wirken auf mich freundlich, einladend und professionell.

 

Kurz um: Die neue Optik von openSUSE 12.1 gefällt mir!

 

Der neue openSUSE 12.1 KDE Desktop.

 

Der Einsatz von Systemd:

Systemd soll ab openSUSE 12.1 durch mehr Parallelisierung zu einer besseren Auslastung beim Systemstart führen. Zu deutsch, es soll den Systemstart deutlich beschleunigen. Beim Systemstart der installierten openSUSE 12.1 Beta kann man derzeit noch beim Bootmanager auswählen, ob man mit System V oder Systemd starten möchte. Ob das nachher in der Finalen Version auch noch so sein wird muss man erst mal abwarten.

 

Lieber mit SystemV oder mit Systemd booten ?

 

Das Netbook HP Mini 210 hatte kaum Unterschiede beim Booten mit den beiden Systemdiensten.

Mit Systemd: Systemstart 31 Sek. + KDE Start 34 Sek = 1Min 5 Sek

Mit System V: Systemstart 34 Sek + KDE Start 34 Sek = 1min 8 Sek

Also, daraus kann sich jeder selbst ein Bild machen !

 

Die Bootzeit:

Für manche ist es gar nicht soo wichtig, wie lange der Computer für den Start genau benötigt und auch wenn ich hier Sekundenwerte angebe, ist für mich auch nur die Tendenz entscheidend. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Meiner Meinung nach war gerade openSUSE seit einigen Versionen und im Vergleich zu anderen Distri’s und Windows extrem langsam beim Start. Andere Distributionen hatten schon im Laufe der Zeit durch verschiedene Optimierungsmaßnahmen wie auch unter anderem durch den Einsatz von Systemd und Grub2 einen wesentlich schnelleren Bootvorgang erreicht. Sicherlich ist ein stabiles System wesentlich wichtiger als ein schnell startendes. Aber trotzdem kann und sollte in diesem Punkt nach gebessert werden. Nicht zu vergessen ist dabei auch, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Startzeit auf die Kappe des jeweiligen Desktops geht. Und da schneidet KDE auch nicht gerade sehr gut gegen den Gnome Desktop ab.

Auf meinem HP Mini 210 mit einer Grub Bootloader Wartezeit von 1 Sek benötigt openSUSE 12.1 Beta genau 1min 5sek aus dem Kaltstart bis zum einsatzbereiten KDE 4.7.1 Desktop. Damit bin ich eigentlich zufrieden, openSUSE 11.4 hatte damals noch ca. 1min 30sek. gebraucht.

In der virtuellen Box hat der Startvorgang 1min 10sek ähnlich gedauert.

 

Besonderheiten:

Oracle Java ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr standardmäßig in openSUSE enthalten. Dieses wird durch OpenJDK ersetzt. LibreOffice beschwerte sich gleich beim ersten Start, das keine funktionierende Java Umgebung vorhanden wäre.

 

Fazit:

Die Beta von openSUSE 12.1 macht insgesamt schon einen sehr guten Eindruck. Für viele detaillierte Einschätzungen und Bewertungen ist es noch zu früh. Spannend finde ich, wie sich das openJDK an Stelle von Oracle Java bewähren wird.
Es sollten sich möglichst viele User an den Tests von openSUSE 12.1 Beta beteiligen und nicht davor scheuen gefundene Fehler zu melden. Denn nur so erhalten die Entwickler die Möglichkeit bis zur Finalen Release möglichst viele Fehler zu beseitigen. Und wir als Benutzer können so dazu beitragen, dass wir am Ende eine super stabile und weitestgehend fehlerfreie Distri bekommen. Wenn die Englischkenntnisse nicht ganz ausreichen um einen englischsprachigen Bugreport einzureichen, dann kann man auch ganz einfach auf der Seite von http://community.open-slx.de/ in deutsch den Fehler beschreiben und die Firma open-slx reicht dann den Fehler so ein wie es sich gehört.

 

Wenn Ihr wissen wollt, was Lisufa mit der openSUSE 12.1 Beta Gnome Live CD für Erfahrungen gemacht hat, dann könnt Ihr das auf seinem Blog nachlesen.

 

 

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3 Responses to openSUSE 12.1 Beta im ersten Test

  1. Ctwx says:

    „Oracle Java ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr standardmäßig in openSUSE enthalten. Dieses wird durch OpenJDK ersetzt. LibreOffice beschwerte sich gleich beim ersten Start, das keine funktionierende Java Umgebung vorhanden wäre.“
    Hast du die JVM in den LibreOffice-Einstellungen angepasst? Normalerweise sollte es so funktionieren. Ich denke das müsste im 12.1er-Release noch angepasst werden.

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  2. admin says:

    Hallo Ctwx,

    nein, ich habe noch keine weiteren Einstellungen ausprobiert. So wir ich es getestet habe war es die Einstellung nach einer Neuinstallation, wie es der User vorfindet.
    Aber ich werde das mal checken, ob sich das in den LibreOffice Einstellungen anpassen läßt. Wenn ja, sollte es beim 12.1 Release gleich mit drin sein.

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  3. feirefi says:

    also, ich hab mehrere Pc´s und Notebooks.Bei keinem Gerät klappt die Installation, sowohl 32bit oder 64bit Versionen bleiben während der Installtion hängen.Milestone5 ging gerade noch so.Warum wird denn so ein Müll veröffentlicht.

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