WLAN bei openSUSE 11.3 einrichten

Diese(r) Artikel / Beschreibung wurde mit folgendem System erstellt bzw. getestet.
openSUSE 11.3 (i586) | Kernel 2.6.34.12 | KDE 4.4.4 release 2

Was tun, wenn nach erfolgter openSUSE Installation der eingebaute WLAN Chip nicht erkannt wurde? Wie geht man weiter vor um doch noch mit openSUSE und dem jeweiligen Gerät am Funknetzwerk teilzunehmen.
Ich habe das heute erlebt und möchte das an meinem Beispiel erläutern bzw. den von mir gewählten Lösungsweg hier dokumentieren.
Mit geringen Abweichungen kann diese Vorgehensweise auch für andere WLAN Chips als den von meinem Netbook verwendeten übertragen werden.

Ausgangssituation:
Mein Netbook ist ein HP Mini 210 mit Intel Atom N450 Prozessor, 250 GB HDD, 2 GB Ram, Intel-Grafik und LAN und WLAN. Beim Kaufzustand war Windows 7 Starter Edition vorinstalliert. Das habe ich auch erst mal drauf gelassen und openSUSE 11.3 DVD mit einem externen USB-DVD Laufwerk parallel dazu installiert. Bis dahin alles schick.

Das HP Mini 210 Netbook mit dem installierten openSUSE 11.3 , KDE SC 4.4.4 Plasma Netbook Edition

Das Problem:
Die Hardware wurde alles gut erkannt und konfiguriert, bis eben auf das besagte WLAN. Es war einfach nicht vorhanden. Der KDE Netzwerkmanager hatte nur kabelgebundenes Netzwerk im Angebot. WLAN gab es für ihn bis dahin noch nicht.

Der KDE Netzwerkmanager ohne WLAN im Angebot

Noch mal der KDE Netzwerkmanager. Der Register "Drahtlos" ist nicht aktiv.

Die Lösung:
Durch googeln bin ich auf die Seite http://de.opensuse.org/WLAN_Probleme gestoßen.

Die openSUSE Seite zu den WLAN Problemen

Obwohl die Informationen auf der Seite hoffnungslos veraltet scheinen (da ist noch von openSUSE 10.1 und 10.3 die Rede) habe ich dort erfahren, dass man erst mal mit dem Kommando
——————————–
su -c „lspci -v“
——————————-
in einer Konsole oder Terminal herausbekommen muss, was für ein WLAN-Chip in meinem Netbook überhaupt werkelt.
Gesagt! Getan!

Mit diesem Befehl erfährt man, was für ein WLAN Chip im Gerät arbeitet. Das vorangestellt "su" steht dafür, dass der Befehl mit Rootrechten gestartet wird.

In der Ausgabe dieses Kommandos habe ich erfahren, dass in meinem Netbook folgender WLAN Chip verbaut ist.
Broadcom Corporation BCM43225

Rot umrandet mein WLAN Chip

Auf der o.g. openSUSE Seite habe ich weiter erfahren, dass die Treibersoftware für die Broadcom WLAN Chips eigentlich bereits im Kernel integriert sind, aber aus Gründen des Copyrights noch eine externe Firmware des WLAN-Kartenherstellers geladen werden muss.
Also, weil man dafür ins Internet muß, musste ich mein Netbook wohl oder übel erst mal mit einem Netzwerkkabel an meinem Router anschließen. Desweiteren muß, um die entsprechende Firmware zu installieren, das Packman-Softwarerepository eingebunden sein.

Das Packman Repository muss für die Installation der Firmware eingebunden sein.

Danach habe ich YaST als Root gestartet und „Software“ > „Software installieren oder löschen“ gewählt. Über das Eingabefeld im „Suchen“ Register habe ich dann nach „Broadcom“ gesucht und im rechten Teil das entsprechende Treibermodul zur Installation markiert. Um herauszufinden, welches denn das richtige Treibermodul ist, muss man wissen welcher Kernel installiert ist. Dazu habe ich bei meinem KDE Desktop einfach mal den „Arbeitsplatz“ bzw. aus dem K-Menue „Sysinfo“ gestartet.

Unten rechts kann man sehen, welcher Kernel installiert ist. Dabei ist in diesem Fall nicht die Versionsnummer für mich interessant, sondern das "Desktop" dahinter.

Da habe ich festgestellt, dass bei mir der Kernel 2.6.34- Desktop installiert ist, also habe ich auch das Treibermodul „broadcom-wl-kmp-desktop“ installiert.
Zusätzlich habe ich die Pakete „b43-firmware“ und „broadcom-wl“ installiert.

Die Installation der Treiber für die WLAN Karte per YaST

Ergebnis:
Nach einem Neustart war dann schon das WLAN verfügbar.

Jetzt hat der KDE Netzwerkmanager auch Optionen zum WLAN anzubieten.

Ein Klick auf den KDE Netzwerkmanager zeigt die verfügbaren Funknetzwerke.

Die verfügbaren Funknetzwerke

Da wird dann das entsprechende Netzwerk ausgewählt und auf „Verbinden“geklickt. Danach braucht nur noch das Passwort für die WLAN Verschlüsselung eingegeben und eventuell die Art der Verschlüsselung ausgewählt werden.

Verschlüsselung auswählen und Passwort eingeben. Dann steht der Verbindung nichts mehr im Wege. 😉

Wie nützlich findet ihr diesen Beitrag? (wlan)

View Results

Loading ... Loading ...
GD Star Rating
loading...
WLAN bei openSUSE 11.3 einrichten, 8.8 out of 10 based on 14 ratings
Tagged , , , , . Bookmark the permalink.

7 Responses to WLAN bei openSUSE 11.3 einrichten

  1. Adem says:

    Bei mir kommt die Fehlermeldung:
    bash: command not found

    GD Star Rating
    loading...
  2. admin says:

    Es wäre hilfreich, wenn du etwas ausführlicher werden könntest. Schick mir mal ein Screenshot.
    kontakt@opensuse-lernen.de

    GD Star Rating
    loading...
  3. Ingolf says:

    hat super geklappt, so viele tutorials gelesen und nichts hat funktioniert. Dann das hier gefunden und 10min später war der Laptop im Netz. Danke (funktioniert auch einwandfrei mit 11.4)

    GD Star Rating
    loading...
  4. admin says:

    Danke, das hört man gern und das motiviert auch weiterzumachen .

    GD Star Rating
    loading...
  5. henrich says:

    Auch von mir ein Dankeschön! Inzwischen ist es einfacher geworden: nach der Installation der Firmware – übrigens ganz einfach mit dem Terminalbefehl install_bcm43xx_firmware war alles gelaufen.

    openSUSE 12.3, DELL INSPIRON mini

    GD Star Rating
    loading...
  6. eisendieter says:

    hi ich habe probleme den punkt mit dem packman repository nachzuvollziehen. koenntes du da bitte ins detail gehen? vielen dank im voraus! dieter

    GD Star Rating
    loading...
  7. wera says:

    Ganz hervorragend beschrieben, toll, danke!
    Etwas Linux-Praxis sollte man haben bei solchen Vorgängen. Mit etwas Praxiserfahrung ist die Anleitung eine echt tolle Hilfe 🙂

    GD Star Rating
    loading...

Kommentar verfassen