Upgrade von 11.2 auf 11.3 mit Zypper

Seit ich im Januar 2010 darüber berichtet habe, dass man mit zypper dup von einem installierten openSUSE System auf die nächst höhere openSUSE Version upgraden kann, also ohne Neuinstallation zum neuen openSUSE kommt, habe ich auf die Gelegenheit gelauert es endlich ausprobieren zu können. Jetzt ist gerade openSUSE 11.3 erschienen, auf meinem Netbook ist openSUSE 11.2 drauf… Also beste Bedingungen um zypper dup mal auf den Zahn zu fühlen.

Ausgangssituation:

Hardware:

Ich benutze hier ein Netbook „HP Mini 210“ mit Intel Atom N450 Prozessor. 2 GB Ram, 250 GB HDD .
Internet über WLAN
Software:

* Dualbootsystem: 80 GB für Windows 7 Starter und 170 GB openSUSE 11.2 32 Bit DVD Installation über ein externes Laufwerk
* Kernel: 2.6.31.12
* KDE  : 4.4.3

Mein installiertes openSUSE 11.2 ist auf einem relativ aktuellen Stand.

Mit diesem openSUSE 11.2 bin ich gestartet...



Vorbereitungen:

Nun habe ich bei allen Repositories, die ich inzwischen im YaST eingebunden habe, die Pfade angepasst. Dazu habe ich die KDE – Repos lieber gleich entfernt und neu angelegt. Das ging schneller. Bei allen anderen, in dessen Pfad „11.2“ auftauchte, habe ich dieses durch „11.3“ ersetzt. Das Einlesen des bearbeiteten Repositories checkt gleich ob das einfache ersetzten des „11.2“ funktioniert hat. Es gibt eine Fehlermeldung wenn das Repository nicht erreichbar ist. Dann muss man etwas mehr unternehmen um das entsprechende Repo für 11.3 wieder zu finden. Schließlich hat man es für 11.2 ja auch schon mal aufgetrieben 😉

Starte "YaST" als "Root" und wähle links "Software" und danach rechts "Softwrae-Repositories" .



Das sind die eingebundenen Repositories, die jetzt auf die neue Version 11.3 umgestellt werden müssen.

Dieser Punkt macht eigentlich die meiste Arbeit aus. Ist aber zum gelingen auch der wichtigste. Die Repos müssen umgestellt werden. Lässt sich doch eines nicht umstellen ist es besser es zu entfernen bzw. eine Alternative zu suchen.

Das entsprechende Repository mit einem Mausklick auswählen und unten auf "Bearbeiten" klicken. In dem folgenden Dialog dann "gesamte URL bearbeiten" auswählen

Man kann natürlich auch nur die  „Teile der URL bearbeiten„. Das ist eigentlich egal. Wie es jedem Recht ist… Entscheidend ist das Ergebnis.

Sollte eine bearbeitete URL danach ein mal falsch sein, wird das durch eine Information angezeigt. Jetzt muss man erforschen warum nicht. Ist es nur ein Schreibfehler, oder existiert diese neue Quelle so nicht.

Eine Möglichkeit ist, die URL im Browser mal einzugeben. Da findet man manchmal schon den richtigen Pfad. Aber nicht alle Repositories sind per Browser navigierbar. Da muss man dann  schon mal auf der openSUSE-Seite bei den „zusätzliche Paketquellen“ etwas nachforschen und die richtigen suchen.

Upgrade mit Zypper ausführen:

So, wenn alle aktivierten Paketquellen erfolgreich auf 11.3 umgestellt sind, kann das eigentliche Upgrade mit zypper beginnen.

Dazu startet man eine Konsole bzw. ein Terminal. Als erstes meldet man sich als Benutzer Root in der Konsole an mit der Eingabe su gefolgt von Enter, danach das Rootpasswort und wieder Enter und als erstes Kommando tippt ihr zypper refresh ein (Enter drücken).

Ich habe in meiner Konsole die Schriftfarbe etwas geändert, weil ich es so einfach besser lesen kann. Lasst euch durch die Optik der Konsole nicht verwirren, die ist ganz egal.

Durch zypper refresh werden die Paketmetadaten heruntergeladen und die Daten zum schnellen Lesen in den .solv-Zwischenspeicher verarbeitet. Kurz gesagt, die Repos werden aktualisiert.......



Der zweite Befehl lautet zypper dup -d . Damit werden die entsprechenden neuen Pakete geladen.

Sollte Zypper doch mal ungelöste Abhängigkeiten anzeigen, dann stehen meistens auch Optionen mit Lösungen bereit. In meinem Beispiel habe ich Option 1 gewählt. Das Paket sollte beibehalten werden.

Bevor zypper dann richtig anfängt zeigt es noch mal eine Zusammenfassung der anstehenden Änderungen.



Natürlich müssen auch einige neue Lizenzen akzeptiert werden. Mit Enter scrollt ihr durch den text und mit Q beendet und bestätigt ihr die Lizenz



Manche Lizenzen müssen auch mit der Eingabe von "Ja" bestätigt werden.



Hier sieht man: Nachdem ich drei Lizenzen zugestimmt habe fängt Zypper an die Pakete abzurufen.



Das dauert dann auch so seine Zeit. Je nach Menge und Internetanbindung.


Leider sind mir ab hier die weiteren Screenshots durch einen Fehler misslungen. Der Rest ist aber nicht mehr spektakulär. Wenn das Laden der Pakete abgeschlossen ist gibt man das dritte und letzte Kommando
zypper dup
gefolgt von Enter ein. Jetzt wird das Upgrade ausgeführt. Das dauert auch noch mal wieder eine kleine Weile. Und wenn das abgearbeitet ist fehlt nur noch der abschließende Systemneustart.

Danach ist auf dem selben System die neue aktuelle openSUSE Version.



Fazit:

Eine super Sache.  Ich bin mit einem vollständig nach meinen Ansprüchen durchkonfiguriertem openSUSE 11.2 gestartet. Und hinterher hatte ich das genauso vollständig durchkonfigurierte openSUSE 11.3. Ohne nach dem Upgrade irgendeine Hardware oder Einstellung erneuern zu müssen. Das spart echt Zeit und Mühe.



Kleiner Wermutstropfen :  Mein System hatte ein Problem bei openSUSE 11.2. Es funktionierte die automatische Anmeldung des Benutzers nicht. Ließ sich aus mir unbekannten Gründen auch nicht neu einstellen. ( Habe da mal was kaputt gespielt 😉 ). Das Upgrade auf openSUSE 11.3 hat den Fehler aber auch nicht behoben. Er ist nach wie vor da und lässt sich erst mal nicht verstellen. Das wäre bei eine Neuinstallation auf jeden Fall wieder in Ordnung.


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8 Responses to Upgrade von 11.2 auf 11.3 mit Zypper

  1. aykut says:

    Hi Thomas, super Artikel!
    Meine Frage ist, wenn ich nur die DVD als Repository angebe und dann wie in deinem Artikel beschrieben alles durchführe, würde das Upgrade dann auch funktionieren? Ich möchte sozusagen das Upgrade ohne Internetverbindung durchführen, ist das möglich?

    Danke und Gruß,
    Aykut

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  2. admin says:

    Hi Aykut,
    hmm. ich sage mal ja, dass sollte eigentlich möglich sein. Nur das dann alle Pakete, die du über Online-Repos hinzugefügt hast und dann mit 11.3 nicht mehr kompatibel sind, ja nicht erneuert werden können und somit wahrscheinlich rausgeschmissen werden.

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  3. Manfred says:

    Hi Thomas,

    erstmal großes Lob für deine Arbeit. Nur habe ich auch noch eine Frage. Ich wollte genau so vorgehen wie du geschrieben und habe begonnen die Repos anzupassen. Aber schon beim ersten Eintrag, dem Repo für die ATI Karte bin ich gescheitert. YAST meldet: „Repo aus URL http://www2.ati.com/suse/11.3 kann nicht erstellt werden“.

    Kann ich dann einfach dieses Repo löschen und später wieder hinzu fügen? Ich möchte halt nicht, dass meine grafische Oberfläche nicht mehr funktioniert.

    Danke und Gruß
    Manfred

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  4. admin says:

    Hallo Manfred,

    bei den proprietären Grafiktreibern ist etwas Vorsicht geboten.
    In meinem Artikel http://www.opensuse-lernen.de/?p=2111 habe ich es schon mal erwähnt. Hier noch mal in Kürze:
    ———————————————————————————-
    Sicherheitshalber kann man vor dem Update auch von dem proprietären Treiber auf VESA wechseln.
    ———————————————————————————
    Dann kannst du danach das Repository löschen und lieber dann den proprietären ATI Treiber hinterher neu einrichten.

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  5. Herbert Keßler says:

    Hallo Thomas
    Ich bin wie du beschrieben vorgegangen. Es klappte wunderbar. Lediglich beim Bootloader hat Zypper gemekert. Bevor ich den PC dann herunter gefahren habe, rief ich den Bootloader auf. Dort waren dann Opensuse 11.2 und 11.3 eingetragen. Die Einträge von 11.2 habe ich gelöscht und gut war es.
    Gruß Herbert

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  6. lovelinux says:

    Hallo,
    ich weiss nicht, wie Du diese Upgrade
    korrekt hinbekommen hast. Bei mir funktionierte es leider nicht. Habe auch sehr viel Software, die möglicherweise nicht mit dem korrespondiert, was 11.3 anbietet.
    Mein System läuft nur noch in einen Fehler beim Booten.
    Es gibt nur eine Möglichkeit das System sauber und fehlerlos upzugraden:
    1.) mit folgender Webseite:
    http://de.opensuse.org/Upgrade
    2.) mit dem wichtigsten Befehl:
    mv /etc/zypp/repos.d/etc/zypp/ repos.d-backup
    nur dann läuft das Upgrade sauber !!!

    mv /etc/zypp/repos.d /etc/zypp/repos.d-backup

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  7. admin says:

    Hallo lovelinux,
    wie du hier in den Kommentaren liest, funktioniert nicht nur die eine von Dir genannte Variante. Das Upgrade per zypper wird auch auf der von Dir genannten Seite empfohlen und ist inzwischen sehr beliebt und verbreitet. Wenn man die (ebenfalls auch auf der Seite) wichtigen Hinweise vor und während des Upgrades mit zypper genau berücksichtigt klappt das sehr gut.

    Einer der häufigsten Fehler ist das nicht richtige Auflösen von entstandenen Abhängigkeitskonflickten.
    Die von Dir genannte Seite weist da explizit drauf hin.

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  8. Pingback: Sebastian Siebert

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