Ordnung in der Musiksammlung

Es ist immer wieder ärgerlich, wenn der jeweilige Lieblingsplayer beim Auflisten und Abspielen der mühsamm zusammengetragenen Musiksammlung seinen vollen Funktionsumfang nicht komplett zur Schau stellen kann weil einige mp3 Stücke als „unbekannte“ Künstler oder „unbekanntes“ Album die ganze Ordnung durcheinander bringen. Schuld daran sind fehlende oder falsche Informationen in den mp3 Files, die so genannten ID3-Tags.
Durch einen Artikel von Tim Schürmann in der aktuellen Ausgabe der „EasyLinux“ ( 02/2010 ) bin ich jetzt auf ein Programm aufmerksam geworden, welches dem User viel Arbeit beim korrigieren der Musikstücke abnimmt.

Das Programm heist „MusicBrainz Picard„.

Ich habe an Hand des Artikels von Tim Schürmann das Programm unter openSUSE 11.2 32bit ausprobiert und möchte hier meine eigene Erfahrung mit „MusicBrainz Picard“ wiedergeben. Genau wie der Autor es erwähnt, hatte auch ich schon mal mit „EasyTAG“ begonnen die ID3-Tags einzelner Musikstücke manuell zu berichtigen bzw. zu vervollständigen. Aber bei einer etwas größeren Sammlung geht einem dabei schnell die Puste aus 😉
„MusicBrainz Picard“ dagegen automatisiert die ganze Sache im gewissen Maße und zapft einfach die Internet Musikdatenbank „MusicBrainz“ an und holt von dort die benötigten Informationen und speichert sie als die entsprechenden ID3 Tags in den mp3 Dateien. Auch die Formate Ogg, mp2, mp4, wma und FLAG kann das Programm verarbeiten.

Installation:
In dem Artikel wird für die Installation von „MusicBrainz Picard“ unter openSUSE 11.1 und 11.2 auf die Pakete der Heft DVD verwiesen. Mein erster Versuch war trotzdem die Suche in den gängigen Repositories für openSUSE. Und siehe da, es ist doch in einem Repo für openSUSE (in meinem Beispiel für openSUSE 11.2 – 32 bit) vorhanden.

Repository für „MusicBrainz Picard“ : http://download.opensuse.org/repositories/home:/dnh:/testing/openSUSE_11.2

Ich habe zur Suche im YaST die Paketsuche "Webpin" benutzt.

Und siehe da, das Programm ist unter dem Namen "picard" in dem Repo enthalten.

Von da aus kann auch gleich das jeweilige Repository hinzugefügt werden und die Software direkt installiert werden. Ich habe noch zusätzlich das Sprachpaket zur Installation ausgewählt.

Programmstart:

Das Programm trägt sich (zumindest bei KDE 😉 ) im K-Menue ein und kann über die Suchleiste gefunden werden.

...

Eine andere Möglichkeit das Programm zu starten wäre auch wieder der „KRunner„, den man mit der Tastenkombination  Alt  F2 aufruft.

Im KRunner trägt man dann im Eingabefeld wieder soviel vom Programmnamen ein, wie man weiß. Meistens wird das jeweilige Programm dann schon gefunden.

Bedienung:
Das Programm startet mit einem zweigeteilten Fenster.

Die erste Begegnung mit "MusicBrainz Picard"

Mit „Ordner hinzufügen“ hangelt man sich zum Ordner der Musiksammlung und öffnet diese. Das Programm liest nun die vorhandenen Musikstücke ein. Danach finden sich alle Stücke als unsortierte Liste in der linken Fensterhälfte wieder.

Als erstes werden alle gefundenen Titel unsortiert in der linken Fensterhälfte aufgelistet.

Mit einem Klick auf „Gruppieren“ wird eine Vorsortierung an Hand der bereits bestehenden ID3-Tags gestartet. Danach werden links die bereits erkannten Alben unter „Gruppen“ ganz unten angezeigt.

Die erkannten Alben werden nach einer Vorsortierung auf der linken Seite angezeigt.

Nun markiert man in der linken Fensterhälfte ein Album oder ein Lied welches in der Musikdatenbank gesucht werden soll und klickt auf „Lockup“. Danach wandert jedes indentifizierte Musikstück automatisch in die rechte Fensterhälfte in das entsprechende Album.

Die korrigierten Stücke werden in die rechte Fensterhälfte verschoben.

In der rechten Fensterhälfte zeigt "picard" mit den kleinen farbigen Rechtecken vor den Musikstücken an, wie sicher sich das Programm selbst mit seinem eigenen Ergebnis ist. Grünes Viereick bedeutet große Sicherheit. Je mehr die Farbe gen Rot tendiert, um so mehr muss man bei dem Ergebnis genau hinschauen und eventuell anderweitig prüfen.

Sollte diese Variante bei einigen Musikstücken nicht zum Erfolg führen, hat „MusicBrainz Picard“ noch ein Ass im Ärmel.
In der linken Fensterhälfte den Titel markieren und in der Symbolleiste auf „Prüfen“ klicken. Dann erstellt das Programm einen so genannten digitalen Fingerabdruck der mp3 Datei (PUID) und such an Hand dessen in der Datenbank.
Laut dem Autor sind beide Methoden nicht fehlerfrei und es ist manchmal noch Nacharbeit von Hand von Nöten.

Mein Fazit:

Das Programm ist eine große Hilfe. Es findet bei weitem nicht alle Lieder. Aber bei Musiksammlungen, bei denen große „Unordnung“ in den  ID3 Tags herrscht, hilft es ungemein. Gut ist auch, das „Picard“ sich den letzten Stand merkt mit dem man aufgehört hat und beim nächsten Programmstart dort weiter macht. Die bereits korrigierten Stücke und Alben sind dann bereits schon in der rechten Fensterhälfte.

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